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Bergamasker Hirtenhunde Alles rund um den Bergamasker Hirtenhund
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Verfasst am: So Mai 20, 2012 2:35 am
Titel: Ads
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lunadilana

Anmeldedatum: 25.01.2009 Beiträge: 697 Wohnort: Münster
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Verfasst am: Mo Jul 13, 2009 7:17 pm
Titel: Fellpflege nach der Standardrevision
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bitteschön - hier mein Artikel für euch vorab:
Hier übrigens klipp und klar die Fellpflege, wie sie ja auch schon immer im Standard steht - es hat (sich) nur kein Schwein danach gerichtet:
zur Erklärung:
ROT wird aufgekämmt/ ausgedünnt/ sollte eigentlich Ziegenhaar sein
GRAU wird gezottet:
Die Fellpflege des Bergamaskers gemäß der Standard – Revision anlässlich des Workshops in Vezza d’Oglio am 3. Juli 2009
Bei der Standard-Revision geht es um eine Akzentuierung der Formulierungen des Standards um den Bergamasker in seiner ursprünglichen Erscheinung, Funktionalität und seinem einmaleigen Charakter zu erhalten.
Der Standard wurde z.T. so offen formuliert, (bzw. wurde bisher in einigen Teilen einfach nicht beachtet), so dass sich die äußere Erscheinungsform der Bergamasker in der Liebhaberzucht im Laufe der Jahre immer mehr von seinem Ursprung entfernt hat und statt dessen eine Hypertypisierung – eine Übertreibung - in Richtung möglichst viel Fell, möglichst lange Zotten stattgefunden hat, die der Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Rasse entgegensteht und eine artgerechte Haltung zumindest sehr erschwert. Dies soll nun anders werden!
Vernachlässigt wurde zum Beispiel das rassetypische DOPPIO PELO, das es so in keiner anderen Rasse gibt und das den Bergamasker deutlich von anderen Zotthaarrassen wie Komondor und Puli, bei denen das Fell am ganzen Körper verfilzt, unterscheidet!
Doch kommen wir nun endlich zur Pflegepraxis:
DOPPIO PELO, das bedeutet es sollen zwei verschiedene Fellbereiche erkennbar sein, die sich wie auf der SKIZZE 1 ersichtlich aufteilen:
im roten Bereich wird das Fell offen gehalten - im grauen Bereich soll der Bergamasker verzotten, wobei die Länge der Zotten aber funktional bleiben sollte – eine übertriebene Länge/ Masse ist nicht erwünscht!
Ein Bergamasker-Welpe braucht eigentlich für sein kurzes pflegeleichtes Fellchen noch keine Bürste – aber für seine Sozialisation schon: Bürsten wird Teil des Kontaktes mit dem Lebenspartner Mensch und wird spielerisch in den Hundealltag eingebaut, so dass die später notwendige Fellpflege selbstverständlich ist.
Die Werkzeuge: 1. Bürste, 2.Schere mit kräftigen Backen 3.Bastelschere 4.Effilierschere 5. – 7.diverse Harken mit Schliff 8.Striegel mit drehenden Borsten 9.Entfilzungskamm
Ernst wird es, wenn das Fell zu filzen beginnt, das ist zwischen 9 und 15 Monaten der Fall – nun sind die beiden Bereiche in der SKIZZE 1 zu beachten: die roten Bereiche sollten offen gehalten werden und nicht verzotten, dabei sollte das Fell im Idealfall auf den Schulterblättern vor allem aus hartem Ziegenhaar und weniger aus Wolle bestehen. Fängt man in diesem roten Bereich rechtzeitig mit dem Kämmen an, kann man eine Verfilzung mit 1X pro Woche Durchbürsten auch bei stark filzenden Hunden gut vermeiden! Hier helfen z.B. die Werkzeuge 5-9. Falls es bereits zu spät ist und das Fell im roten Bereich hoffnungslos verklumpt, dann ist es das Beste, beherzt zu einer kräftigen Schere zu greifen und alles einmal herunter zu schneiden – mit dem nächsten Fellwechsel wächst das Fell wieder nach und sollte aber spätestens dann von Beginn an konsequent gebürstet werden... Das geht dann mit der Bürste 1 oder dem Striegel 8.
Bei starker Filzneigung kann das Fell auch unter den Ohren zu schmalen Zotten gerissen werden – wichtig ist, dass hier keine Verklumpungen entstehen, auf den Ohren soll die Behaarung luftig aufgebürstet werden – schwere Filzplatten erschweren eine Belüftung der Gehörgänge und begünstigen Ohrerkrankungen. Die Haare über den Augen wirken wie eine Sonnenbrille und schützen diese. Sie sollten auf keinen Fall abgeschnitten werden sondern bestenfalls mit der Effilierschere oder dem Entfilzungskamm leicht ausgedünnt werden. Der Bart wird gebürstet, Verklebungen werden am besten dadurch vermieden, dass nach dem Fressen oder Saufen die Schnauze mit einem Handtuch trockengerubbelt wird. Es gibt Bergis, die brauchen das dauernd – es gibt auch andere, die halten sich selbst sauber. Das Brustfell wird bis zwischen die Vorderbeine auch offengehalten – auch hier neigen manche Bergis zu besonders starker Verfilzung.
Das Fell am Bauch schneidet oder rasiert man am besten kurz (bei Hündinnen: Vorsicht Brustwarzen!) Gleiches gilt für das Fell um den Afterbereich.
Wichtig zu wissen: im zweiten Lebensjahr entwickelt sich das Wollwachstum am stärksten – in späteren Lebensjahren fällt das nachkommende Fell dünner aus! Daher werden die Zotten bei vielen Tieren im Laufe der Zeit an ihrer Basis immer dünner!
Die Bildung der Zotten
Im grauen Bereich lässt man das Fell bei beginnender Verfilzung zunächst in Ruhe und beschränkt sich - auch wenn’s schwer fällt – auf die Beobachtung. Bei einigen Bergis teilt sich das Fell quasi von selbst – das ist aber eher die Ausnahme. Bei den meisten entwickelt sich eine dicke dicke Filzschicht – das Ergebnis der jahrelangen Selektion auf möglichst viel Fell...
Diese Schicht wird nun in etwa 5 cm breite Ringe um den Körper des Hundes aufgeteilt. Danach werden diese Ringe unterteilt, so dass Filzknubbel mit einer Grundfläche von etwa 5-6 cm Seitenlänge entstehen. Lässt sich der Filz nicht mit den Fingern teilen, so kann man vorsichtig mit einer kräftigen Schere einen kleinen Einschnitt machen, der sich dann weiterreißen lässt. Wichtig: jede Teilung muss soweit gehen, dass die Haut sichtbar wird. An den Beinen werden die Zotten schmaler, dort bilden sie sich in der Regel aber auch von selbst.
Mit jedem Fellwechsel kommen etwa 3 cm Felllänge hinzu, am Anfang muss man darauf achten, dass die Zotten dann wieder bis auf die Haut geteilt werden – später passiert dies durch das Eigengewicht der Zotten in der Bewegung von selbst.
Werden die Zotten zu lang oder zu üppig, so sollten sie mit etwas Augenmaß gekürzt und unten leicht rund geschnitten werden.
Ein so gepflegter Bergamasker ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch für alle Aktivitäten zu haben.
Jutta _________________ "Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot."
Bernhard Grzimek
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