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die Legende vom Bergamasker Beloch
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Verfasst am: So Mai 20, 2012 2:29 am
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lunadilana



Anmeldedatum: 25.01.2009
Beiträge: 697
Wohnort: Münster
Verfasst am: So Nov 22, 2009 10:29 am
Titel: die Legende vom Bergamasker Beloch
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Die Legende vom Bergamasker Beloch

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Aechte Sc h ä f e r h u n d e findet man in den Alpen fast nur bei den bergamasker Heerden und im Wallis. Wir haben von diesem vortrefflichen Thieren, die sich selbst mit Bären und Wölfen in Kämpfe einlassen, von ihrer Außerordentlichen Wachsamkeit, Sorgfalt und Intelligenz bei den Schafen schon das Wichtigste berührt, hier aber sei es uns vergönnt, noch eines kleinen Abenteuers zu erwähnen, dessen Held ein bergamasker Schäferhund war und das heute noch von dem Herrn desselben mit Rührung und Dankbarkeit erzählt wird.
Der Arzt J. Andeer wurde vor längerer Zeit aus Guarda (Unterengadin) nach Zernez in der Mitternachtsstunde zu einer Kreißenden gerufen. Es war klarer Mondenschein, aber auch eine bitterkalte Winternacht, als der Arzt mit dem abgesandten Expressen (Eilboten) sich auf den offenen sogenannten Reitschlitten setzte und, von seinem mächtigen Bergamaskerhunde Beloch, der ihm schon manche Probe von Klugheit, Treu und Muth gegeben, begleitet, die Fahrt begann. Rasch wurde mit dem guten Pferde auf frostharter Bahn ein Stück Weges zurückgelegt. Als der Clozza Tobel erreicht war, hielt plötzlich der Hund, der mit dem Pferd bisher Schritt gehalten, an und sprang mit einem großen Satz auf eine hochbuschige Hecke am Wege, hinter der sich ein Thier bewegte, das von den nächtlichen Reisenden für einen Fuchs gehalten wurde. Langsam gelangte das Fuhrwerk auf die Höhe von Quartins. Der Hund folgte längs des Buschwerks und näherte sich hier seinem Herrn wieder, sich hoch neben demselben aufrichtend und zähnefletschend mit gestäubten Haaren gegen einen großen Wolf knurrend, dessen Augen durch die Hecke glänzten. Unwillkürlich hielt das Pferd an. Wolf und Hund maßen sich, beide knurrend, mit wüthendem Blicke. Der Arzt und sein Begleiter erkannten entsetzt die Gefahr, deren Opfer sie jeden Augenblick werden konnten, und da sie ganz waffenlos waren, suchten sie ihre Rettung in der Flucht. Sie peitschten das Pferd und pfeilschnell schoß der der leichte Schlitten dahin. Aber ebenso schnell folgten Wolf und Hund diesseits und jenseits der Hecken und Mauern, die sich des Weges entlang zogen. Mehrere Male versuchte die heißhungrige Bestie über die Verzäunung zu springen, aber überall fand er Beloch vor der Bresche, bereit, ihn mit seinem gewaltigen Gebiß zu empfangen. So ging die Hatz eine halbe Stunde lang bis zur Kirche von Lavin, wo erst der Wolf seine Beute aufgab und mit wüthendem , heulendem Gebrüll sich gegen das Gebirge zurückzog. Die geretteten Männer weckten ihren Gastfreund im Dorfe, um sich eine Erfrischung und Waffen zu erbitten. Nicht ohne Rührung bemerkten sie, wie nun Beloch das ihm gereichte Stück Brot sofort aus der Stube trug und sich vor das Pferd setzte, um jenes zu verzehren, alle Augenblicke bereit, das Pferd gegen den vielleicht zurückkehrenden Wolf zu verteidigen.

Das Thierleben der Alpenwelt

Naturansichten Und Thierzeichnungen aus dem schweizerischen Gebirge.

Von rk01_084 Dr. Friedrich von Tschudi rk01_084

Illustrirt von E. Rittmeyer und W. Georgy

Achte, vielfach verbesserte Auflage Volksausgabe 1858

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"Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot."
Bernhard Grzimek
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